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Anbaustruktur landwirtschaftlicher Betriebe in Sachsen

In Sachsen werden fast 80% der landwirtschaftlichen Fläche als Ackerland genutzt. Die Getreideanbaufläche wurde 2016 gegenüber dem Vorjahr verringert und erreicht einen Wert über 54%.
Der Umfang des Ölfruchtanbaus, der zu 98% vom Winterraps dominiert wird, erhöht sich leicht und nimmt nun rund 19% der Ackerfläche Sachsens ein. Der Flächenanteil des Ackerfutterbaus fällt 2016 auf unter 17% weiter zurück, der Leguminosenanbau bleibt dagegen mit 2% auf Vorjahresniveau. Die stillgelegten Ackerflächen gewinnen weiter, mit nun 3,6%, an Bedeutung. Hackfrüchte werden in den letzten Jahren sachsenweit tendenziell immer weniger angebaut, konnten aber gegenüber dem Vorjahr wieder etwas an Anbaufläche zulegen. Der Anbau von Obst, Gemüse und sonstigen Spezialkulturen verbleibt seit einigen Jahren auf niedrigem Niveau.

Die nachfolgende Karte zeigt die Nutzung der landwirtschaftlichen Fläche (nachfolgend LF) und des Ackerlandes in den sächsischen Agrarstrukturgebieten (nachfolgend ASG). Dabei sind in Sachsen deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Gebieten erkennbar. Die Ackernutzung dominiert in fast allen ASG die landwirtschaftliche Bodennutzung.

Im ASG III, dem Mittelsächsischen Lössgebiet, nehmen die Ackerflächen fast 89%, in Nordsachsen, dem ASG I rund 81% und in Ostsachsen, dem ASG II rund 77% der LF ein. Mit Zunahme der Höhe sinkt der Ackeranteil und liegt im Vogtland und dem Erzgebirgsvorland, dem ASG IV bei 70%. In den Kammlagen des Erzgebirges, dem ASG V, sind die Nutzungsanteile von Acker- und Grünland fast gleich verteilt.
Die Nutzung des Ackerlandes ist in den einzelnen Gebieten wird im Folgenden beschrieben.

ASG I - Sächsisches Heidegebiet und Riesa-Torgauer Elbtal

Auf rund 128.000 ha werden Ackerkulturen angebaut. Dabei dominiert der Getreideanbau mit über 54%, gefolgt vom Ackerfutterbau (rund 19%) und vom Ölfruchtanbau (15%). Auf rund 2% der Ackerfläche werden Hack- und Hülsenfrüchte sowie sonstige Kulturen angebaut. Die schwierigen klimatischen Bedingungen, nährstoffarmen Böden und die Auswirkungen der neuen Regelungen der Förderperiode 2014 bis 2020 zeigen sich bei der gestiegenen Stilllegungsfläche. Immerhin 11.000 ha oder rund 8,6% der Ackerfläche sind 2016 stillgelegt, was einer Zunahme um mehr als die Hälfte gegenüber 2015 entspricht. Damit liegen im ASG I rund 45% der stillgelegten Flächen Sachsens.

Auf den sandigen Böden ist Roggen eine der wichtigsten Getreidekulturen. Allerdings übertrafen die Flächen des Weizenanbaus die des Roggens im Jahr 2016 deutlich und erreichten einen Anteil von 32%. Roggen nimmt genau wie der Wintergerste ungefähr 1/4 des Getreideanbaus ein. Der Anbau von Körnermais ist auf unter 5% gefallen. Alle anderen Getreidekulturen spielen in dem Gebiet eine untergeordnete Rolle. Bemerkenswert ist, dass rund 40% des sächsischen Triticaleanbaus im ASG I stattfindet.

ASG II - Oberlausitz, Sächsische Schweiz

Rund 17% bzw. rund 119.000 ha der sächsischen Ackerfläche liegen im ASG II. Auch hier nimmt der Getreideanbau rund 56% der Ackerfläche ein. Der Ölfruchtanbau ist leicht gestiegen und nimmt rund 20% des Ackerlandes ein. Ackerfutterbau wird auf rund 15% der Ackerfläche betrieben. Auf rund 3% werden Hackfrüchte sowie sonstige Kulturen angebaut. Der Leguminosenanbau bleibt konstant auf rund 2,4% der Fläche. Ebenso kommt es mit Einführung der neuen Förderperiode zu einem Zuwachs an Stilllegungsflächen, die 2016 rund 2,4% der Ackerflächen ausmachen.

Der lössbeeinflusste Boden und der daraus resultierende bessere Wasserhaushalt schlägt sich deutlich im Getreideanbau nieder. Hier dominiert mit 58% der Weizen. Auf rund 27% der Getreideanbaufläche wird Wintergerste angebaut, Roggen auf weniger als 5%.

ASG III - Mittelsächsische Lössgebiet

Mit knapp 301.000 ha liegen über 43% der sächsischen Ackerfläche im ASG III. Auch hier dominiert der Getreideanbau auf rund 55% der Fläche, gefolgt vom Ölfruchtanbau mit 20%. Der Ackerfutteranteil verbleibt bei rund 13% Flächenanteil und Hackfrüchte werden auf rund 4% der Flächen angebaut. Aufgrund der enormen Flächenausstattung und der günstigen Bedingungen befindet sich im ASG III rund 44% des sächsischen Getreides, knapp 47% der sächsischen Ölfrüchte und fast 70% der sächsischen Hackfrüchte.

Der Getreideanbau wird zu 61% vom Weizen dominiert. Die Gerste als zweitwichtigste Frucht erreicht knapp 25%, der Roggen und der Körnermais erreichen 2016 3% bzw. 5% der Getreideanbaufläche. Mit 8.100 ha hat die Körnermaisproduktion im ASG III ihren Schwerpunkt in Sachsen.

ASG IV - Erzgebirgsvorland, Vogtland und Elsterbergland

Rund 119.000 ha Ackerland werden im ASG IV bewirtschaftet. Aufgrund der ungünstigeren klimatischen Bedingungen, v. a. aufgrund der verkürzten Vegetationszeit, ist der Ackeranteil mit 70% an der LF deutlich geringer als in den nord- und mittelsächsischen Regionen. Das Anbauspektrum wird vom Getreide mit 55% dominiert. Der Ackerfutteranbau wird auf 22% und der Ölfruchtanbau auf rund 18% der Fläche betrieben. Hackfrüchte spielen kaum eine Rolle. Der Leguminosenanbau nimmt rund 2,9 % der Ackerfläche ein. Den gleichen Umfang hat die Flächenstilllegung mit etwa 2,5 %.

Hauptsächlich klimatisch bedingt wird der Weizen (40%) von der Gerste (43%) als dominante Fruchtart im Getreideanbau abgelöst. Auch der Sommergersteanbau spielt mit knapp 20% eine große Rolle. Triticale, Hafer und Roggen erreichen jeweils rund 5% Flächenanteil. Im ASG IV befinden sich rund 36% der Haferflächen von Sachsen. Körnermais, mit 0,7% Flächenanteil, ist aufgrund der klimatischen Bedingungen an nur lokal bedeutsame Flächen gebunden.

ASG V - Erzgebirgskamm

Auf den Kammlagen des Erzgebirges finden sich mit 28.300 ha nur rund 4% des sächsischen Ackerlands. Der Ackeranteil liegt bei weniger als 50% der LF. Die standörtlichen Bedingungen schlagen sich auch in den Ackerkulturen nieder. Der Getreideanbau bleibt aber mit 50% Flächenanteil dominierend, der Ackerfutterbau wird auf 30% betrieben und Ölfrüchte werden noch auf rund 15% der Fläche angebaut. Alle anderen Ackerkulturen haben kaum Bedeutung. Die Stilllegungsfläche hat sich im Vergleich zum Vorjahr auf rund 4,5% mehr als verdoppelt.

Sommerungen werden mit über 42% im Getreideanbau des ASG V eingesetzt. Der Getreideanbau wird von der Gerste mit über 50% dominiert, dabei sind 34% der Ackerflächen mit Sommergerste bestellt. Die weiteren Flächen teilen sich Triticale mit 16%, Weizen mit 23%, Hafer mit 7% und Roggen mit 3%. Insgesamt liegen im ASG V nur 3,7% der sächsischen Getreideflächen.

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Anprechpartner Agrarstruktur

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 22: Agrar- und umweltpolitische Analysen

Falk Ullrich

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 22: Agrar- und umweltpolitische Analysen

Thomas Swaton

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