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»Natur- und Bodenschutz« beim Anbau nachwachsender Rohstoffe / Biomasse

Ergebnisse:

Als Hauptergebnis wurde eine landesweite Übersichtskarte (siehe Download-Box) für die Ackerflächen erarbeitet, aus der ersichtlich ist, wo beim Anbau von KUP Synergien zum Natur- und/oder Bodenschutz zu erzielen sind und wo mit Konflikten gerechnet werden muss. Darüber hinaus sind Ausschlussflächen aus natur- und bodenschutzfachlicher Sicht vorgeschlagen worden, ebenso Flächen, wo der Anbau von KUP als neutral einzuschätzen ist (keine besonderen Synergien, keine Risiken). Die erstellte Karte ist ein geeignetes Hilfsmittel, um Konflikte beim Anbau vorsorgend zu vermeiden und um Synergien gleichermaßen gezielt zu nutzen.

Im Ergebnis dieser Betrachtung würde der Anbau von Biomasse-Dauerkulturen auf 33 Prozent der sächsischen Ackerfläche Synergien zu den Zielen des Natur- und/oder Bodenschutzes entfalten, weil beispielsweise unter diesen Kulturen die Bodenerosion und die Nährstoffauswaschung im Vergleich zur Ackernutzung deutlich reduziert sind. Derartige Flächen sind sowohl in den waldarmen, hauptsächlich agrarisch genutzten Räumen Nordwest- und Mittel-Sachsens und der Lössgebiete Ost-Sachsens, aber auch im Gebirge und Gebirgsvorland (Erzgebirge, Oberlausitzer Bergland) zu finden. Damit die Synergien zum Tragen kommen, müssen nicht immer ganze Ackerschläge mit Dauerkulturen bestellt werden. Der gezielte Anbau auf besonders gefährdeten Teilflächen – wie zum Beispiel in vorgeprägten Abflussbahnen – ist in vielen Fällen ausreichend, um negative Auswirkungen auf andere Schutzgüter zu reduzieren oder gänzlich zu vermeiden.

Auf weiteren sieben Prozent der Ackerfläche ist über die vorgenommene Flächenabgrenzung der Anbau von Biomasse-Dauerkulturen als wirkungsneutral zu bewerten. Etwa 13 Prozent stellen Risiko- und lediglich zwei Prozent Ausschlussflächen dar. Risiken können sich dann ergeben, wenn spezifische Lebensraumansprüche geschützter bzw. gefährdeter Arten oder seltener Biotope durch Dauerkulturen beeinträchtigt werden. Für die restliche Ackerfläche ist eine Einzelfallprüfung der Auswirkungen des Biomasseanbaus sinnvoll.

So wird lediglich im Landschaftsraum »Leipziger Land und Elsteraue« ein größerer Anteil der Ackerfläche für den Anbau von großflächigen Dauerkulturen ausgeschlossen. Das (potenzielle) Habitat des Feldhamsters in Nordwestsachsen hat daran große Anteile. Ein streifenförmiger Anbau von Dauerkulturen innerhalb dieser Flächenkategorie wäre aber denkbar (maximal 10-15 m Breite), wobei konkrete Vorhaben durch die zuständige Naturschutzbehörde auf ihre Vereinbarkeit mit artenschutzrechtlichen Belangen geprüft werden sollten.

Die abgeleiteten Flächenkulissen stellen keine verbindlichen Vorgaben für die Landwirtschaft dar, sondern sind als natur- und bodenschutzfachliche Empfehlungen zur Flächenauswahl zu verstehen. Auf Grund der verwendeten Datengrundlagen und Indikatoren sind die abgeleiteten Flächenkulissen auch nicht als flächenscharfes Handlungskonzept zu interpretieren. Die konkreten Umweltwirkungen des Anbaus von Dauerkulturen zur energetischen Verwertungen sind anhand der Vor-Ort-Bedingungen und insbesondere der konkreten Anbauverfahren, Anbauflächenumfänge und Nutzungsmuster zu verifizieren.

Ein weiteres Ergebnis ist die Ableitung von standortstypischen Ertragspotenzialen von KUP (am Beispiel der Pappel-Sorte Max) und Miscanthus in Sachsen. Die modellierten Erträge wurden ebenfalls in landesweiten Übersichtskarten visualisiert. In besten landwirtschaftlichen Lagen können danach durchschnittliche Erträge von 16 tatro/ha*a für Pappel-KUP und 20 tatro/ha*a für Miscanthus-Anbauten erzielt werden.

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Bild: Begrünte vorgeprägte Abflussbahn, Foto: J. Voß

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 61: Landschaftsökologie

Dr. Maik Denner