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Bodenrente und Visualisierung der Mittelverteilung

Projekttitel:
Untersuchungen und Empfehlungen zur möglichen Ausgestaltung von Direktzahlungssystemen und deren Wirkungsabschätzung auf Sachsen auf der Basis von Produktionsvoraussetzungen und Wirtschaftlichkeitsanalysen

Projektlaufzeit:

09/2008 - 03/2011

Projektziele:

  • Darstellung der Wertschöpfungspotentiale aus Bodennutzung
  • Visualisierung von Mittelallokationen zur Abmilderung von Verzerrungen zwischen den Regionen
  • Möglichkeiten für die Ableitung von Förderzielgebieten mit Umweltbezug (Stufenprämie)
  • Vergleich der Nutzung von verschiedenen Zielgebieten als Aufstockungsmodell ("grüne" Zusatzprämie) zur Basisprämie
  • Schaffung eines Modellsystems für die Ableitung von Handlungsempfehlungen bei der Weiterentwicklung der Agrarpolitik bzw. deren Umsetzung in Sachsen ab 2014

Projektergebnisse:

  • Kernergebnis ist ein Modellsystem und dessen beispielhafte Anwendung mit dem Ziel der zukünftigen Begleitung der neuen Förderperiode GAP ab 2014.
  • Das Modell berechnet in einem Baustein die Einkommenspotentiale der Bodennutzung und der bodengebundenen Tierhaltung (Simulation der Bodenrente - SIMBORE) von Sachsen. Als Referenzannahmen liegen die Planungs- und Bewertungsdaten sowie Standortuntersuchungen zugrunde. Die Ergebnisse stellen u.a. die standörtliche Benachteiligung der Gebiete in Nordsachsen und im Mittelgebirge aus ökonomischer Sicht dar.
  • Mit dem Modellteil SIMBORE können auch Einkommensschwankungen simuliert werden. Bei einem Preis-Kostenniveau von 60% zur Referenzannahme (gemessen am Beispiel Winterweizen 9 €/dt), wird das untere Grenzniveau der Bodenrente erreicht. Damit kann die Gefahr der Landnutzungsaufgabe abgebildet werden. Außer in Nordostsachsen liegt das Ergebnis des Pflanzenbaus bei einem Preisniveau ab 120% (gemessen am Beispiel Winterweizen 18 €/dt) im positiven Bereich. Diese Unter- und Obergrenzen bilden den Einkommenskorridor seit 2004 ab.
  • Die Ergebnisse der Berechnungen zur bodengebundenen Tierhaltung machen das Dilemma der Kostenstrukturen in der Grünlandverwertung offensichtlich (negative Rente aus der Grünlandverwertung bei Mutterkuhhaltung).
  • In einem zweiten Baustein erfolgt die regionale Simulation der Verteilung eines Finanzplafonds (SIMPLAFO) wie bspw. der Haushaltmittel GAP nach 2014. Das Referenzszenario bildet die derzeitig für 2013 bekannte Situation der Mittelausstattung ab.
  • Zur Demonstration der Einsatzfelder wurden beispielhaft Kulissen herausgearbeitet, die eine regionale – ggf. entsprechend den Umweltqualitätszielen eines Gebietes – gezielte Mittelverteilung darstellen. Das Modell könnte auch andere Kriterien, wie BIP oder sozioökonomische Größen als Kulisse zur Simulation von Mittelverteilungen verfügbar machen.
  • Zwei Kulissen wurden vertieft als Zielgebiet untersucht und dargestellt. Das Zielgebiet für ein erhöhtes klimabedingtes Ertragsausfallrisiko der ackerbaulichen Nutzung in Sachsen beschreibt die Region, die standörtlich von Dürreereignissen im Ackerbau bedroht ist. Das Zielgebiet für Landschaftsstrukturunterschiede beschreibt die regional differenziert zu betrachtenden Aspekte möglicher „ökologischen Vorrangflächen“.
  • In Ergebnis der Modellanwendung enthält der Abschlußbericht Karten, welche die Ergebnisse der Modellierung der Bodenrente ohne und mit der beschrieben Mittelverteilung auf Sachsen darstellen. Die Wirkung der in Stufen verteilten Mittel eines Ausgangsplafond verdeutlicht beispielhaft die gebietsspezifische Allokation der Gelder.
  • Im Ergebnis zeigt sich, dass eine Basiszahlung auf – wie erwartet - niedrigerem Niveau und die Verteilung zusätzlicher Mittel auf Gebiete mit natürlicher Benachteiligung und ggf. Gebiete mit klimabedingtem Ertragsausfallrisiko im Ackerbau sowie Gebiete mit geringer Ausstattung von Strukturelementen zu einer ausgleichende Einkommensfunktion und einer zielgerichtete Verteilung der Mittel führt.
  • Es kann simuliert werden, wie entgegen dem „Gießkannenprinzip“ eine Honorierung von Umweltleistungen in die vorgegebenen Zielregionen gelenkt werden kann, wenn dort eine Bewirtschaftung oberhalb der Umweltstandards stattfindet. Werden Vorschläge im Vorfeld mit dem erarbeiteten Instrument bewertet und fließen die Ergebnisse in die Gestaltung ein, kann dies zu einer zielgerichteten Mittelverteilung im Sinn der gemeinsamen Agrarpolitik beitragen.

Marginalspalte

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 22: Agrar- und umweltpolitische Analysen

Klaus Wallrabe

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 22: Agrar- und umweltpolitische Analysen

Falk Ullrich

Partner im Projekt

Abschlussbericht

Schriftenreihe Heft 37/2011 Bodenrente und Visualisierung der Mittelverteilung

Schriftenreihe Heft 37/2011 Bodenrente und Visualisierung der Mittelverteilung

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