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Getreideanbau in Sachsen - eine räumliche Analyse

Getreide nimmt auch 2016 mit über 54% den größten Teil der Ackerfläche in Sachsen ein. In welchem Umfang die einzelnen Getreidearten angebaut werden hängt einerseits stark von den Standortbedingungen ab, andererseits beeinflussen ökonomische Bedingungen die Auswahl der angebauten Getreidearten. Derzeit ist der Winterweizen die Getreideart mit der höchsten wirtschaftlichen Bedeutung, was auch deutlich an der Entwicklung der Anbauflächen abzulesen ist. Während vor fast 20 Jahren der Winterweizen in den Einzeljahren zwischen 35 und 40% des Getreides stellte, dominiert er heute mit rund 51% den Getreideanbau. Dabei wurde überall in Sachsen die Anbaufläche für Winterweizen ausgeweitet, wobei der absolute Zuwachs an Fläche in den Lössgebieten und im Gebirgsvorland am größten war. Aufgrund der klimatischen Veränderungen nimmt der Anteil des Körnermais auf niedrigem Niveau, aber beständig, zu.

Der Anbauumfang wird im Norden durch erhöhtes Trockenheitsrisiko in Verbindung mit den sandigen Böden und im Süden vornehmlich durch die ungünstigen thermischen Bedingungen begrenzt. Hier setzen die natürlichen Bedingungen den ökonomischen Überlegungen Grenzen. An diesen Standorten treten andere Getreidearten, die den Bedingungen besser angepasst sind, in den Vordergrund. So gewinnt der Roggen mit seiner Trockenheitstoleranz und Selbstverträglichkeit im Norden stark an Bedeutung, während im Süden mehr die Sommergerste angebaut wird. Insgesamt kann der Weizenanteil als Indikator für die standörtlichen Verhältnisse für den Ackerbau gesehen werden, da dieser mit Zunahme der ackerbaulichen Vorzüglichkeit eines Standortes ansteigt.
Neben dem Weizen ist die Gerste in Sachsen eine bestimmende Getreideart. In den 1990er Jahren wurden beide Getreide in ähnlichem Umfang angebaut. In den letzten Jahren nahm die ökonomische Vorzüglichkeit des Weizens gegenüber der Gerste zu und verdrängte diese zunehmend. In einzelnen Jahren war der Gerstenanteil unter 30% abgefallen.
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