Erarbeitung und Erprobung einer Methodik zur Analyse und Bewertung der Tierhygiene, des Tierwohls und der Tiergesundheit

An die Milchproduktion als Lebensmittelproduzent wie auch als Haltungsumwelt für Nutztiere werden heute hohe Standards gesetzt. Diese sind in einer Vielzahl von Einzelnormen festgeschrieben. Dies kann aber nur erreicht werden, wenn in den milchviehhaltenden Betrieben insgesamt ein hoher Standard der Tierhygiene, des Tierwohls und der Tiergesundheit umgesetzt ist. Hierfür ist eine ganzheitliche Betrachtung des gesamten Haltungssystems erforderlich.

Mit den Ergebnissen soll ein System zur Analyse und Bewertung der Tierhygiene, des Tierwohls und der Tiergesundheit in der Milchproduktion bereitgestellt werden (Systemanalyse Rind).

Das System ist in der landwirtschaftlichen und tierärztlichen Beratung / Betreuung sowie in der milchviehhaltenden Praxis einsetzbar, sofern eine ausreichende Sachkunde hierfür vorliegt.

Damit kann ein Beitrag zur Verbesserung von Tierhygiene, des Tierwohls und der Tiergesundheit und damit auch zur Lebensmittelsicherheit und öffentlichen Akzeptanz der
Milchproduktion geleistet werden.

Projektergebnisse:

  • Der Ansatz, tierbezogene und umweltbezogene Kriterien sowie die Hygieneanalyse in eine Studie einzubeziehen, erweist sich angesichts der vorliegenden Ergebnisse als richtig.
  • Die entwickelte Bewertungsmatrix ist geeignet, um Risiken für das Tierwohl und die Tiergesundheit in Milchkuh haltenden Betrieben zu erkennen. Allerdings ist diese Methode sehr aufwendig! wenn sie für alle Haltungsgruppen eines Betriebes angewendet wird.
  • Das vorliegende System bietet aber die Möglichkeiten zur Erkennung von Schwachstellen und Alarmschwellen für ausgewählte Kriterien. Die tatsächlichen Ursachen müssen in weiteren Untersuchungen zur Haltungshygiene eruiert werden.
  • Mithilfe der beschriebenen Systeme lässt sich eine objektive Einschätzung der Tierhygiene, des Tierwohls und der Tiergesundheit vornehmen sowie ein Betriebsvergleich in Milchkuh haltenden Betrieben im Ansatz realisieren.
  • Dabei bleibt zu berücksichtigen, dass die Bedingungen auf den Betrieben starken jahreszeitlichen und witterungsabhängigen, aber auch ökonomisch bedingten Schwankungen unterliegen, die sich auf alle Teilaspekte der Hygieneanalyse auswirken.
  • Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Ergebnisse eines einmaligen Bestandsbesuches eine allgemein gültige Einschätzung der Betriebe liefern.
  • Aus diesem Grund soll der hier dargestellte Ansatz als Beratungsinstrument verstanden werden, welches nur durch regelmäßige Wiederholung der Ausführungsebene und kontinuierliche Begleitung der Betriebe im Sinne einer integrierten Bestandsbetreuung seine Validität erlangt.
  • Die Ergebnisse liefern eine Handlungsempfehlung für Tierärzte und Landwirte, die als Grundlage für eine einheitliche Bewertung und Auswertung in den Tierbeständen geeignet ist.
  • Das Analyse- und Bewertungssystem (Systemanalyse Rind) wurde im Rahmen des Projektes in seinen Grundstrukturen entwickelt und an ausgewählten Betrieben erprobt. Vor einem breiten Praxiseinsatz sind weitere Entwicklungen und Erprobungen zwingend erforderlich.

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 74: Tierhaltung

Dr. Steffen Pache

Telefon: 034222 46-2209

Telefax: 034222 46-2099

E-Mail: steffen.pache@smul.sachsen.de

Webseite: http://www.lfulg.sachsen.de

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 74: Tierhaltung

Dr. Evelin Ullrich

Telefon: 034222 46-2218

Telefax: 034222 46-2090

E-Mail: Evelin.Ullrich@smul.sachsen.de

Webseite: http://www.lfulg.sachsen.de

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 74: Tierhaltung

Dr. Ilka Steinhöfel

Telefon: 034222 46-2212

Telefax: 034222 46-2099

E-Mail: ilka.steinhoefel@smul.sachsen.de

Partner im Projekt

FU Berlin Inst. F. Tier- und Umwelthygiene Prof. Dr. U. Rössler 

FU Berlin Klinik f. Klauentiere Prof. Dr. K. Müller

Abschlussbericht

Schriftenreihe Heft 5/2016, Bewertung von Hygiene, Tierwohl und Tiergesundheit