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Die fischzönotische Grundausprägung der sächsischen Fließgewässer-Oberflächenwasserkörper (OWK)

Folgende Verfahren kommen in Sachsen zur fischereilichen Charakterisierung der Fließgewässer zur Anwendung:

1. »Fischregionen« - Dieses klassische Modell nach HUET (1949) nimmt eine längszonale Einteilung der Fließgewässer ausschließlich auf Basis des Gefälles und der Gewässerbreite vor. Es ist generalisiert, sehr schematisch und lässt biologische Komponenten weitestgehend unberücksichtigt.

  • Die Einteilung in Fischereiregionen wird vielfach von anderen fischbestandsbestimmenden Faktoren überlagert und führt in der Konsequenz häufig zu unbefriedigenden und teilweise fehlerhaften Ergebnissen. Ferner erlauben die Fischereiregionen noch keine näheren Rückschlüsse auf die tatsächliche Ausprägung der betreffenden Fischartengemeinschaften.

2. »WRRL-Referenz-Fischzönosen« - Die Referenzen zu den Fischgemeinschaften sind streng auf OWK bzw. auf deren Teilabschnitte bezogen und umfassen für Sachsen mehr als 1000 Einzelreferenzen. Diese enthalten detaillierte Festlegungen zu den unter weitgehend unbeeinträchtigten Rahmenbedingungen zu erwartenden Fischarten und deren Bestandsanteilen.

  • In den Referenz-Fischzönosen sind alle fischbestandsbestimmenden Rahmenfaktoren berücksichtigt. Diese Einteilung ist sehr individuell, jedoch gleichzeitig nur für Detailbetrachtungen praktikabel (z. B. WRRL-Zustandsbewertung)

3. »Fischzönotische Grundausprägungen« – Hier sind die vorliegenden Referenz-Fischzönosen der OWK verifiziert und zu einer überschaubaren Anzahl von Einheiten zusammengefasst. Jede dieser Einheiten wird durch charakteristische fischfaunistische Eckmerkmale definiert, die jeweils für größere zusammenhängende Gewässerbereiche gelten. Dies erlaubt:

  • eine übersichtliche, auf modernen Kriterien und Auswertungsverfahren basierende fischereibiologische Einteilung der sächsischen Fließgewässer;
  • eine genauere und sachgerechtere Darstellung der in Sachsen tatsächlich anzutreffenden fischzönotischen Abfolgen vom Epirhithral bis zum Metapotamal. Gewässerspezifische und regionale Besonderheiten bleiben dabei berücksichtigt,
  • eine kategorische Einteilung des Migrationsbedarfs der zu Grunde liegenden Fischartengemeinschaften (z. B. für Langdistanzwanderfische)

Das Modell zur fischzönotischen Grundausprägung der Oberflächenwasserkörper stellt somit eine wichtige Arbeitsgrundlage zur Erstellung von Bewirtschaftungsplänen nach WRRL dar. In Kombination mit den Ergebnissen des Fischmonitorings und weiteren, bereits vorliegender Datengrundlagen ermöglicht sie eine zielgerichtete Erstellung und Priorisierung von Maßnahmenprogrammen zur Verbesserung des ökologischen Zustands der Fließgewässer in Sachsen.

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