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Die fischfaunistischen Referenzen der sächsischen Oberflächenwasserkörper

Die Ausarbeitung fischfaunistischer Referenzen (Referenz-Fischzönosen – RFZ) für die fischbasierte Fließgewässerbewertung gemäß EG-Wasserrahmenrichtlinie erfolgte in Sachsen 2007. In den Jahren 2009 und 2014 wurden auf Grund der OWK Kulissenänderung Referenzanpassungen vorgenommen.

Für jeden der in Sachsen ausgewiesenen Fließgewässer-Wasserkörper wurde ein wasserkörperbezogenes Referenz-Fischarteninventar ermittelt, welches alle unter unbeeinträchtigten Bedingungen natürlicherweise zu erwartenden Fischarten des betreffenden Fließgewässers auflistet. Die Erstellung der Artenlisten erfolgte nach zoogeografischen Gesichtspunkten, unter Berücksichtigung natürlicher Verbreitungsmuster der Fischarten und gemäß der längszonalen Ausprägung der betreffenden Fließgewässer.

Auf Basis der erstellten Referenz-Fischarteninventare wurden quantitative Referenz-Fischzönosen ausgearbeitet. In ihnen wurde festgelegt, welche relativen Abundanzen (%-Anteile) für die einzelnen Referenzfischarten unter unbeeinträchtigten Bedingungen zu erwarten sind. Hierbei wurde insbesondere auch den natürlichen längszonalen Abfolgen innerhalb der Wasserkörper Rechnung getragen. Dementsprechend wurden die betreffenden Wasserkörper in bis zu drei Unterabschnitte unterteilt, die mit jeweils individuellen Referenz-Fischzönosen korreliert sind. Insgesamt wurden rund 1200 Referenz-Fischzönosen erstellt.

Die getroffenen Festlegungen zu Referenz-Fischarteninventaren und Referenz-Fischzönosen erfolgten auf der Basis von plausibilisierten Informationen aus historischen Faunenbeschreibungen und rezenten Fischbestandsaufnahmen. Diese wurden mit allen verfügbaren Daten zur abiotischen Gewässerausprägung (Temperatur, Gefälle, Fließgewässertypologie) abgeglichen und vor dem Hintergrund etwaiger anthropogener Beeinträchtigungen (aus historischen Beschreibungen, Gewässergüte- und Strukturgütekarten sowie nach Kartenlage) interpretiert. Ergänzend flossen allgemeine Erfahrungswerte aus der fischereibiologischen Praxis in die Entscheidungsfindung ein.

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