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Biologie, Symptome, Verbreitung, Wirtspflanzen

Biologie und Vektor

Das Bakterium besiedelt das Xylem und verstopft durch seine Vermehrung die Leitungsbahnen. Der Transport von Wasser und Nährstoffen in der Pflanze wird verhindert. Xylem-saugende Insekten (Cicadellidae und Cercopidae) nehmen das Bakterium auf, infizieren gesunde Pflanzen und dienen so als Überträger.

Die einheimische Wiesenschaumzikade Philaenus spumarius wurde in Italien als Vektor bestätigt. Zurzeit sind vier Unterarten von X. fastidiosa bekannt, die verschiedene Pflanzenarten befallen. Latent infizierte Wildkräuter scheinen ein Reservoir für Xylella in Wein- und Obstanlagen in den Befallsländern zu sein. Durch den Handel befallener Pflanzen wird die Krankheit in neue Regionen verschleppt.

Symptome und Schaden

Die Symptome wie Vergilbung, Verbräunung, Welke und Absterben von Blättern und Trieben entstehen, weil die Weiterleitung von Wasser und Nährstoffen behindert wird. Die Verbräunungen des Blattgewebes beginnen meist vom Blattrand oder von der Blattspitze her. Die Symptome sind jedoch sehr unspezifisch und können leicht mit physiologischen Schäden wie Trockenstress verwechselt werden. In der Regel ist bei einem Befall mit Xylella fastidiosa nicht die gesamte Pflanze betroffen, sondern nur einzelne Äste und Triebe. Ein weiteres Indiz für einen Befall mit dem Bakterium ist, dass sich um das nekrotische Blattgewebe ein leuchtend gelber Hof bildet. Die kranken Pflanzen können in kurzer Zeit absterben.

Viele infizierte Pflanzenarten zeigen allerdings keine Anzeichen einer Erkrankung.

 Pierce's disease an Wein (Vitis spp.)

  • Chlorosen und Nekrosen an den Blättern
  • Welke der Triebe
  • Pflanzen können innerhalb von 1-5 Jahren absterben

Phony peach disease an Pfirsich

  • Blätter kranker Bäume treiben früher aus und bleiben länger hängen
  • Weniger und kleinere Früchte
  • Ertragsverluste nach 3-5 Jahren

Leaf scorch (»Blattbrand«) an Oleander u.a.

  • Verbräunung der Blattränder
  • Chlorosen, wässrige Umrandung von Blattflecken, Nekrosen
  • Spitzendürre, Absterben der Pflanzen

Wirtspflanzen und Vorkommen

Xylella fastidiosa befällt über 300 Wirtspflanzen. Dazu gehören Laubbäume, Sträucher, Zierpflanzen und Wildkräuter. Eine Liste der weltweit bekannten anfälligen Pflanzen (spezifizierten Pflanzen) enthält Anhang I des EU-Durchführungsbeschlusses.

Das Hauptverbreitungsgebiet von Xylella fastidiosa ist Nord- und Südamerika. Es wird davon ausgegangen, dass die Einschleppung nach Italien durch infizierte Pflanzen aus einem Drittland erfolgt ist.

In Süditalien wurde Xylella fastidiosa bisher u. a.  in folgenden Pflanzenarten nachgewiesen:

  • Olive,
  • Mandel,
  • Kirsche,
  • Rosmarin,
  • Oleander,
  • Myrte,
  • Stechpalmen-Kreuzdorn (Rhamnus alaternus),
  • Pfriemenginster (Spartium junceum),
  • Australischer Rosmarin (Westringia fruticosa),
  • Myrtenblättrige Kreuzblume (Polygala myrtifolia),
  • Weidenblatt-Akazie (Acacia saligna),
  • Kleines Immergrün (Vinca minor) und
  • Rosafarbene Catharante (Catharanthus roseus, auch Madagaskar-Immergrün).

In Frankreich wurde Xylella fastidiosa im Juli 2015 auf Korsika hauptsächlich an der Kreuzblume Polygala myrtifolia an über 170 Orten entdeckt.

In Spanien wurde das Bakterium seit 2016 vor allem an verschiedenen Prunus-Arten nachgewiesen.

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