AuRaSa-Biogas; Projekt zu Auswirkungen von veränderten energie- und umweltrelevanten Rahmenbedingungen auf sächsische Biogasanlagen

Projektlaufzeit: 11/2018 bis 07/2020

Projektziele

Die Biogasanlagen-Bestandsstruktur in Sachsen unterscheidet sich deutlich vom Biogasanlagenbestand in anderen Bundesländern. In Sachsen herrscht beim Substratinput ein hoher Masseanteil an Gülle vor, dessen Vergärung eine hohe Treibhausgasminderung bewirkt. Für diese Bestandesstruktur waren mögliche Zukunftsstrategien zu entwickeln und Entscheidungshilfen für sächsische Biogasanlagen abzuleiten, d.h.

  • Strategien innerhalb und außerhalb des EEG nach Auslaufen der ersten EEG-Förderphase vorstellen
  • Entscheidungshilfen für die Politik und den Biogasanlagen-Berufsstand und -sektor entwickeln
  • Optionen unterschiedlicher Betriebsweisen für die Rahmenbedingungen in Sachsen technisch und ökonomisch aufzeigen
  • Stand und Entwicklungsoptionen für die sächsischen Biogasanlagen aufzeigen vor dem Hintergrund der Energiewende und der aktuellen relevanten Gesetzgebung
  • Hinweise auf (ggf. neue) Geschäftsmodelle geben

Ziel ist die Sicherung des Fortbestandes des sächsischen Biogasanlagenbestandes, die einen hohen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz und zur Treibhausgasminderung leisten.

Projektergebnisse

Die Post-EEG-Phase ist komplexer als die 1. EEG-Periode (die garantierte, fixe Einspeisevergütung).
Die Betriebsnachfolge mit langfristiger Ausrichtung muss im Einklang mit dem zukünftigen Weiterbetrieb stehen.

         Wie sehen sächsische Betreiber ihre Zukunft (Ergebnisse Betriebsbefragung)?:
         Konzepte für einen Weiterbetrieb (bezogen auf n=103):
         1. Eigenenergiekonzepte: Strom/KWK (36%) und Wärme (32%)
         2. EEG-Anschlussbetrieb: Bemessungsleistung-Reduktion (12%) und Leistungszubau (11%)
         3. Biomethanaufbereitung: Netzeinspeisung (4%) und lokale Bereitstellung/Tankstelle (2%)
         4. KWK-Verstromung und Vermarktung außerhalb EEG und weiteres (3%)

         Schlussfolgerungen aus Betreibersicht:

  • Wirtschaftlichkeit im EEG-Anschluss ist oftmals gegeben, aber es besteht ein höheres Risiko
  • bei Erhalt des Ausschreibungszuschlages: mehr Sicherheit als bei Konzepten außerhalb des EEG
  • Langfristige strategische Ausrichtung rechtzeitig planen, Empfehlung: stufenweiser Ausbau und Anpassung (vorzeitige Flexibilisierung, Gärrestlagerabdeckung, Bemessungsleistungsreduktion, kombiniert mit Saisonalisierung zur Steigerung der Wärmenutzung)
  • Größtes Risiko ist unklares EEG-Ausschreibungsvolumen nach 2023.
  • Außerhalb des EEG ist Biomethanaufbereitung und -einspeisung bei positiver Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen insbesondere im Kraftstoffmarkt eine attraktive Option.
  • Eigenenergiekonzepte als weitere Option sind stark von individuellen Betriebsparametern abhängig, Voraussetzung: Wirtschaftlichkeitsprüfung.

        Schlussfolgerungen aus Bestandssicht:

  • Rückgang der Anlagenzahl unter aktuellen Rahmenbedingungen ist zu erwarten.
  • Strukturveränderung hin zu größeren Anlagen und sinkender THG-Minderung des Anlagenbestandes sind möglich.
  • Flexibilisierung kann Einbußen der installierten Leistung des Bestandes z.T. abfedern
  • Veränderungen der Rahmenbedingungen für positive Entwicklung sind notwendig für:
    • Erhalt und Steigerung der Treibhausgasemissionsminderung
    • Ausbau der Leistung des Anlagenbestandes
  • Sofern der EEG-Anschluss eine Option darstellt, bleibt der Weg in die Biomethanaufbereitung die weniger attraktive wirtschaftliche Option.

 

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