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Auftreten 2012

Erstauftreten des Westlichen Maiswurzelbohrers in Sachsen 2012

Bei der routinemäßigen amtlichen Überwachung von gefährlichen Schaderregern wurde Mitte September 2012 ein verdächtiger Käfer in einer Pheromonfalle gefangen. Der Käfer wurde als Westlicher Maiswurzelbohrer identifiziert. Der Fundort ist der Rastplatz Nöthnitzgrundan der Autobahn A 17.

Der Westliche Maiswurzelbohrer ist einer der gefährlichsten Maisschädlinge der Welt. Sein Verbreitungsgebiet in Europa umfasst schon Gebiete in Nachbarländern, wie Polen, Tschechien, Österreich und Frankreich. 2007 fanden die ersten Einschleppungen in Baden-Württemberg und Bayern statt. Weitere Funde kamen in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz dazu.

Der Westliche Maiswurzelbohrer hat in der EU Quarantänestatus und bei seinem Erstauftreten müssen Ausrottungsmaßnahmen eingeleitet werden. Die Maßnahmen sind in der Verordnung zur Bekämpfung des Westlichen Maiswurzelbohrers vom 10.07.2008, geändert durch die Verordnung vom 19.12.2008, festgelegt.

Entsprechend dieser Verordnung wurde in Sachsen eine Befallszone im Umkreis von 1 km um den Fundort Rastplatz Nöthnitzgrundund eine Sicherheitszone im Umkreis von 5 km um die Befallszone eingerichtet und in einer Allgemeinverfügung vom 19.09.2012 angeordnet.

Folgende Maßnahmen sind zur Bekämpfung des Westlichen Maiswurzelbohrers in den einzelnen Zonen verbindlich:

In der Befallszone, (mindestens 1 km um den Fundort):

  • der im Jahr 2012 angebaute Mais darf nicht vor dem 1. Oktober geerntet und verbracht werden
  • Erde von Maisfeldern darf nicht aus der Befallszone verbracht werden
  • Reinigung der auf den Maisfeldern genutzten landwirtschaftlichen Maschinen bevor sie die Befallszone verlassen
  • in den folgenden zwei Jahren gilt ein Anbauverbot für Mais
  • in den folgenden zwei Jahren ist jeglicher Maisdurchwuchs zu entfernen
  • regelmäßige Überwachung mit Hilfe von Sexualpheromonfallen

In der Sicherheitszone, (mindestens 5 km um die Befallszone):

  • in zwei aufeinanderfolgenden Jahren darf nur einmal Mais angebaut werden

Die Abgrenzung der Zonen gilt zunächst bis Ende 2014, sofern kein weiteres Auftreten der Westlichen Maiswurzelbohrers festgestellt wird. In dieser Zeit erfolgt eine intensive Überwachung. Werden keine Käfer mehr gefangen, werden in der Regel die Zonen aufgehoben. Verstärkt sich der Befall, müssen die Zonen ausgeweitet werden.

Schadbild und Biologie

Die Larven des nur ca. 5 mm großen Käfers fressen zunächst  an den Wurzelhaaren und den zarten Wurzeln bis sie in die Wurzeln eindringen und sie fast völlig zerstören. Durch verminderte Wasser- und Nährstoffaufnahme und Lagerbildung entstehen Ertragsverluste. Lagernde Pflanzen können sich unter günstigen Bedingungen teilweise wieder aufrichten und bilden dann das typische »Gänsehals-Symptom«.

Wie Getreidehähnchen und Kartoffelkäfer gehört der Westliche Maiswurzelbohrer zu den Blattkäfern. Die sehr kleinen Käfer besitzen ein gutes Flugvermögen. Sie entwickeln eine Generation im Jahr und ihre Hauptflugzeit ist von Juli bis September. Die Weibchen legen ca. 500 Eier in den Boden ab, die dort überwintern. Die Larven schlüpfen dann von Mitte Juni bis Anfang Juli und fressen an den Wurzeln. Die Verpuppung erfolgt im Boden. Die erwachsenen Käfer ernähren sich von Pollen, Narbenfäden und jungen Maisblättern und können bei einem Massenauftreten ebenfalls schädigen. Der Hauptschaden wird allerdings von den Larven verursacht.

Verbreitungswege und Überwachung mit Fallen

Der Westliche Maiswurzelbohrer verbreitet sich entweder aktiv durch Flug mit Einzelflügen bis zu 24 km. Außerdem kann er über Transportwege passiv mit Flugzeugen, Kraftfahrzeugen, Schiffen oder Zügen verschleppt werden. Seit 2004 wird ein mögliches Auftreten des Westlichen Maiswurzelbohrers in Sachsen überwacht. An Orten mit erhöhtem Einschleppungsrisiko wie den Flughäfen Leipzig und Dresden, Autobahnraststätten, Elbhäfen sowie Flächen auf denen Mais nach Mais angebaut wird, werden Pheromonfallen aufgestellt und in der Zeit vom 1. Juli bis zum 30. September mindestens einmal in 2 Wochen kontrolliert.

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