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FAQ / Erläuterungen zur Antragstellung

Gefördert werden Fachtagungen und Fachveranstaltungen, Workshops und Arbeitskreise sowie Exkursionen zu  relevanten Themen der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft. Die Laufzeit der Vorhaben beträgt maximal zwei Jahre ab Bewilligung, kürzere Laufzeiten sind möglich. Ausgenommen der Exkursionen muss der Durchführungsort der Veranstaltungen in Sachsen liegen.

Nicht förderfähig sind Individualveranstaltungen im Sinne einer Betriebsberatung sowie Veranstaltungen, die der Produktberatung dienen oder zur Produktplatzierung genutzt werden. Veranstaltungen im Rahmen der gesetzlich geregelten Qualifizierungen (allgemeinbildende oder berufsbildende Schulen, Fachhochschulen, Berufsakademien, Hochschulen und Universitäten) werden ebenfalls nicht gefördert. Vorhaben, die bereits im Rahmen anderer Förderprogramme einschließlich Strukturfondförderung gefördert werden oder gefördert werden können, sind im Rahmen des Wissenstransfers nicht förderfähig.

Von der Förderung profitieren Akteure aus der land-, forst- und ernährungswirtschaftlichen Praxis. Dies umfasst Vertreter der land- und forstwirtschaftlichen Unternehmen einschließlich Gartenbau, KMU der Ernährungswirtschaft einschließlich des Ernährungshandwerks, gewerbliche Tochterunternehmen landwirtschaftlicher Betriebe sowie sonstige Bodenbewirtschafter. Die genaue Zielgruppe wird im jeweiligen Aufruf genannt. Der Teilnehmerkreis muss für jede Veranstaltung durch eine Teilnehmerliste nachgewiesen werden. Die Teilnehmerzahl pro Veranstaltung soll sich an einem Richtwert von mindestens 10 Personen orientieren.

Die Personen der sächsischen Land-, Forst – und Ernährungswirtschaft sollen durch die Vorhaben Wissen und Informationen erwerben, die sie auf ihren Betrieben anwenden und umsetzen können. Der Fokus liegt dabei auf einer wettbewerbsfähigen, umwelt- und ressourcenschonenden Arbeitsweise. Die Betriebe und Unternehmen können somit weiterentwickelt und beispielsweise durch die Anwendung neuer Produktionsmethoden auf kommende Herausforderungen vorbereitet werden. Da sich die Vorhaben nicht an einzelne Betriebe, sondern an einen breiten Teilnehmerkreis wenden, können sich Multiplikatoreffekte bzw. eine bedeutende Hebelwirkung für die regionale Wertschöpfung und die Umsetzung von EU-Querschnittszielen entfalten.

Anbieter, die die Wissenstransferveranstaltungen organisieren und durchführen. Das können juristische Personen, Personengesellschaften oder natürliche Personen sein. Davon ausgenommen sind Gebietskörperschaften. Der Anbieter des Vorhabens muss nicht zwingend in Sachsen angesiedelt sein. Da bei der Vorhabenauswahl die Relevanz des Vorhabens für Sachsen beurteilt wird, sind regionale Kenntnisse des Freistaats Sachsen erforderlich.

Der Anbieter muss für das Vorhaben Fachpersonal einsetzen, dessen regelmäßige Qualifikation zu belegen ist. Der Nachweis der fachspezifischen Fortbildung kann durch Zertifikate, Zeugnisse bzw. durch Publikationen in Fachzeitschriften, Lehr- oder Gutachtertätigkeiten erfolgen. Die Mindestanforderungen zur fachlichen Eignung / Qualifikation für eigenes Personal oder Honorarkräfte leiten sich aus dem jeweiligen Aufruf ab.

Nicht eingesetzt werden dürfen Bedienstete des LfULG, weder als eigenes Personal noch als Honorarkräfte.

Sobald das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) einen Aufruf veröffentlicht hat. Dies geschieht in der Regel ein bis zwei Mal im Jahr. Der aktuelle Aufruf wird hier bereitgestellt.

Zwischen der Veröffentlichung eines neuen Aufrufs und dem Einsendeschluss liegen ca. 12 Wochen. In dieser Zeit können die Förderanträge bei der Bewilligungsstelle (LfULG, Referat 33) gestellt werden. Die Anträge müssen vollständig und unterschrieben sein.

Der aktuelle Aufruf gibt jeweils Module mit inhaltlichen Schwerpunkten sowie allgemeine Anforderungen zur Umsetzung des Vorhabens vor. Spezifische Inhalte und deren methodische Umsetzung können vom Antragsteller selbst konzipiert werden. Eine Mischung der Module innerhalb eines Antrages ist nicht möglich. Der Antragsteller kann jedoch mehrere Vorhaben zu verschiedenen aufgerufenen Modulen beantragen. Auch mehrere Anträge für unterschiedliche Vorhaben modulintern sind möglich.

Die Veranstaltungen können aufeinander aufbauen, jeweils für sich stehen oder mit gleichem Inhalt in verschiedenen Regionen Sachsens angeboten werden. Die Vorhaben müssen mindestens einen der drei EU-Querschnittsziele, Umweltschutz, Klimaschutz und Innovationen, berücksichtigen.

  • Verbesserung der Wirtschaftsleistung aller landwirtschaftlichen Betriebe
  • Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Primärerzeuger und -verarbeiter durch ihre bessere Einbeziehung in die Nahrungsmittelkette
  • Verbesserung der Wasserwirtschaft einschließlich des Umgangs mit Dünge- und Schädlingsbekämpfungsmitteln
  • Verhinderung der Bodenerosion und Verbesserung der Bodenbewirtschaftung
  • Effizienzsteigerung bei der Energienutzung in der Landwirtschaft
  • Verringerung der aus der Landwirtschaft stammenden Treibhausgas- und Ammoniakemissionen
  • Förderung der Kohlenstoffspeicherung und -bindung in der Forstwirtschaft

Die Förderung erfolgt als Projektförderung mit Anteilsfinanzierung. Der Fördersatz richtet sich nach Thema und Teilnehmerkreis. Das Budget und der modulspezifische Fördersatz sind dem Aufruf zu entnehmen.

Grundsätzlich gilt:

  • 80 Prozent bei Vorhaben, die sich an Unternehmen im Agrar- und Forstsektor richten.
  • 60 Prozent bei Vorhaben, die sich an KMU der Ernährungswirtschaft richten, die Waren produzieren, die nicht Anhang I AEUV zuzurechnen sind.
  • Bei Vorhaben, die im Rahmen der EIP AGRI angeregt wurden, erhöht sich der Fördersatz auf 100 Prozent.

Mischfördersätze sind nicht möglich. Demnach wird, wenn Personen aus dem Land- und Forstsektor gemeinsam mit Vertretern von KMU der Ernährungswirtschaft geschult werden, der niedrigere Fördersatz von 60 Prozent gewährt. Der Teilnehmerkreis muss für jede Veranstaltung durch eine Teilnehmerliste nachgewiesen werden.

Die Förderung umfasst die Organisation und Durchführung der Veranstaltungen (einschließlich Vor- und Nachbereitung) sowie die begleitende Öffentlichkeitsarbeit. Dazu gehören:

a) Personalausgaben

b) Sachausgaben

c) Ausgaben für Investitionen im Zusammenhang mit Demonstrationsvorhaben

d) Die Mehrwertsteuer für Ausgaben nach den Buchstaben a bis c nur dann, wenn keine Vorsteuerabzugsberechtigung besteht

e) indirekte Gemeinkosten auf Basis der dem Projekt direkt zuordenbaren Personalausgaben des Antragstellers (15-prozentige Gemeinkostenpauschal. Die Gemeinkostenpauschale dient der Abdeckung allgemeiner Betriebsausgaben, die dem Projekt auch indirekt zugeordnet werden könnten. Darunter fallen insbesondere indirekte eigene Kosten für Verwaltung und Geschäftsführung, Büromaterial, Porto, Büromiete, Kopierer, Telekommunikation, EDV, Büroausstattung, geringwertige Wirtschaftsgüter, Energiekosten, Wasser, Reinigungsmittel, Reisekosten. Die Pauschale kann nur in Summe in Anspruch genommen werden. Eine Herausrechnung von einzelnen Ausgaben zwecks gesonderter Förderung als Sachausgaben ist nicht möglich. Sofern die Pauschale nicht in Anspruch genommen wird, können nur direkt zuordenbare Ausgaben als Sachausgaben beantragt werden.

Die Ausgaben für Investitionen müssen in Bezug auf Inhalt und Ziele des Gesamtvorhabens angemessen sein.

Nähere Informationen über die finanzielle Planung des Vorhabens und förderfähige Ausgaben finden Sie in den »Erläuterungen zur Antragstellung« im Förderportal des SMUL.

a) Vorhaben, die Teile der Berufsbildung nach dem Berufsbildungsgesetz vom 23. März 2005 (BGBI. I S.931), das zuletzt durch Artikel 436 der Verordnung vom 31. August 2015 (BGBI. I S. 1474) geändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung, oder der gesetzlich geregelten Qualifizierung an allgemeinbildenden sowie berufsbildenden Schulen, Fachschulen, Berufsakademien, Hochschulen und Universitäten sind.

b) Vorhaben, die bereits im Rahmen anderer Förderprogramme einschließlich Strukturförderprogramm gefördert werden

c) Der Erwerb von Grundstücken oder Gebäuden

d) Eingebrachte Grundstücke und Gebäude, Einrichtungen und technische Anlagen

e) Anschaffungskosten für Kraftfahrzeuge

f) Kreditbeschaffungskosten, Sollzinsen, Erbbauzinsen, Grunderwerbssteuer, erstattungsfähige Mehrwertsteuer, Ausgaben für Rechtsberatung, Ausgaben im Zusammenhang mit der Erarbeitung des Antrages und Abrechnung von Fördermitteln

g) Ersatzbeschaffung sowie bereits abgeschriebene Maschinen und Einrichtungen

h) Kauf von gebrauchten Maschinen und Einrichtungen

i) Allgemeine Betriebsausgaben (Ausnahme Pauschale)

Die Förderung von Vorhaben des Wissenstransfers einschließlich Demonstrationsvorhaben erfolgt im Rahmen der Umsetzung des »Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER)« in der Förderperiode 2014-2020 (Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 vom 17.12.2013). Hier bildet besonders Artikel 14 die Rechtsgrundlage der Förderung.

Der Freistaat Sachsen setzt die ELER-Verordnung mit seinem »Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum« (EPLR, insbesondere Abschnitte 5.2.1 und 8.2.1) um. Auf der Grundlage des EPLR hat das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft die Förderrichtlinie »Landwirtschaft, Innovation, Wissenstransfer« erstellt. Diese beschreibt Details zu den Zielsetzungen und zur Umsetzung des Förderbereichs Wissenstransfer (RL LIW/2014, Teil B. II. 2 vom 15.12.2014).

Für jedes Modul eines Aufrufs erfolgt eine separate Vorhabenauswahl. Erfüllen die Einzelanträge die Förderkriterien, werden sie anhand von Vorhabenauswahlkriterien mit einem Punktesystem bewertet. Alle bewilligungsreifen Vorhaben, die den notwendigen Schwellenwert von 55 Punkten erreichen, werden für jedes Modul separat in eine Rangfolgegebracht (Ranking). Nach der ermittelten Rangfolge können, bis das jeweils im Aufruf genannte Budget  ausgeschöpft ist, alle Anträge bewilligt werden, welche die Förderkriterien erfüllen und den Schwellenwert erreichen. Förderanträge, die zwar den Schwellenwert erreichen, für die aber aufgrund ihres Ranges das im Aufruf benannte Budget nicht mehr ausreicht, können nicht bewilligt werden. Sie werden in die Vorhabenauswahl des nachfolgenden Aufrufs einbezogen, sofern ein weiterer Aufruf erfolgt und dieser mit dem vorherigen Aufruf hinsichtlich der Auswahlkriterien und des Schwellenwertes identisch ist. Vorhaben, die den Schwellenwert nicht erreichen oder die Förderkriterien nicht erfüllen, werden abgelehnt.

Bei der Vorhabensauswahl werden die folgenden sechs Kriterien bewertet:

  • Ausrichtung auf mindestens ein EU-Querschnittsziel: Innovation, Umweltschutz, Klimawandel und Anpassung an seine Auswirkungen.
  • Zielgruppe: Vorhaben, die sich an Führungskräfte richten, werden aufgrund ihres Multiplikatoreffekts höher bewertet als Vorhaben, die sich an Mitarbeiter bzw. sonstige Personen aus der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft richten.
  • Inhalt: Bewertet die Priorität und Aktualität der Vorhabeninhalte (z.B. geplante Veranstaltungsform, inhaltliche Schwerpunkte)
  • Methoden: Die Wissensvermittlung soll möglichst durch praktische Elemente unterlegt werden. Werden überwiegend gruppenorientierte, angewandte Methoden eingesetzt wird das Vorhaben daher höher bewertet, als wenn Wissen überwiegend über Frontalunterricht vermittelt wird.
  • Umsetzungskonzept: Das Umsetzungskonzept inkl. Beschreibung der Einzelveranstaltungen bildet das Schlüsselelement des Vorhabens. Das Konzept soll mindestens grundsätzlich nachvollziehbar sein und eine erfolgreiche Umsetzung erwarten lassen. Neben zeitlicher und inhaltlicher Plausibilität können z.B. Angaben zur Teilnehmerakquise und -information, zu Veranstaltungsorten, zu Referenten und ihren Qualifikationen Ausdruck eines guten Konzeptes und beeinflussen die Bewertung. Ist das Umsetzungskonzept lückenhaft oder der Zeitplan nicht plausibel, kann das Vorhaben den Schwellenwert nicht erreichen und folglich nicht bewilligt werden.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis
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