Aktueller Rat zum Pflanzenschutz und Pflanzenbau
Der aktuelle Rat zum Pflanzenschutz und Pflanzenbau informiert Sie über erforderliche Arbeiten, Befallssituationen, Anwendungshinweise von Pflanzenschutzmitteln, Gestaltung von Fruchtfolgen und vieles mehr.
Der aktuelle Rat erscheint von Februar bis Oktober wöchentlich hier im Internetangebot.
22.05.2013
Pflanzenschutz
Mit dem Auflaufen der Kartoffelbestände sind auch wieder Kontrollen zum Kartoffelkäferauftreten notwendig. Örtlich wurden erste Käfer gefunden. Wichtig für einen Erfolg bei der Kartoffelkäferbehandlung ist, dass die ersten beiden Larvenstadien behandelt werden. Zur Ermittlung des optimalen Bekämpfungstermins können alle Warndienst-Abonnenten das Prognosmodell SIMLEP nutzen. Das Modell steht unter www.isip.de unter »Entscheidungshilfen« - »Kartoffeln« - »Kartoffelkäfer« zur Verfügung. Für die schlagspezifische Berechnung ist der Termin »Fund erstes Eigelege« wichtig.
Im Kartoffel-Vermehrungsanbau ist auf den rechtzeitigen Beginn der Vektorenbekämpfung zu achten. Der lang anhaltende Winter hat natürlich auch die Entwicklung der Blattläuse an den Winterwirten gehemmt. Dennoch konnten in der 20. Kalenderwoche die ersten geflügelten Tiere (Bohnen- bzw. Schwarze Rübenlaus) beobachtet werden. Während des Frühjahrfluges ist es besonders wichtig, dass die Ansiedlung der Blattläuse in den Beständen, vor allem vor dem Hintergrund der Y-Virus Problematik, verhindert wird. Für die erste Behandlung empfiehlt sich daher ein Pyrethroid, das gleichzeitig auch eine abschreckende Wirkung gegenüber Blattläusen besitzt. Die mit einem Insektizid gebeizten Pflanzkartoffelbestände besitzen in den ersten Wochen einen gewissen Schutz vor den virusübertragenden Blattläusen.
Mit dem Auflaufen der Leguminosen wurde wieder der Befall durch Blattrandkäfer beobachtet. Dieser ist in den Regionen sehr unterschiedlich. Der Befall ist durch den typischen Buchtenfraß der Käfer an den Blatträndern problemlos zu erkennen. Der Käfer selber ist ca. 5 mm groß und auf den Flügeldecken befinden sich helle und dunkle Längsstreifen. Eine Bekämpfung ist bis zum 6-Blattstadium sinnvoll. Der Bekämpfungsrichtwert ist erreicht, wenn 50 % der Pflanzen (bis BBCH 16) Fraßsymptome aufweisen.
Im Winterweizen ist aufgrund der Witterung mit einer Zunahme von Septoria tritici und sortenbedingt auch Echten Mehltau zu rechnen. Die Septoria-Flecken auf den unteren Blättern bilden das Ausgangspotenzial für Infektionen auf den oberen Blattetagen. Verbreitet herrschten in den vergangenen Tagen auch günstige Infektionsbedingungen für Rostkrankheiten vor, so dass auch hier eine Zunahme der Symptome zu erwarten ist. Intensive Kontrollen der Bestände sind jetzt notwendig, um den richtigen Bekämpfungstermin nach Überschreiten der Richtwerte zu finden. Zur Unterstützung stehen unter www.isip.de die Entscheidungshilfen »Blattkrankheiten in Winterweizen - Befallserhebungen und Infektionsgefahr« und auch das Prognosemodell SEPTRI zur Verfügung.
Dr. Michael Kraatz

