Aktueller Pflanzenbaurat vom 04.05.2011
Pflanzenschutz
Mit dem Auflaufen der Sommerkulturen und während deren Jugendstadien sind kontinuierliche Befallskontrollen auf Auflaufschaderreger zu empfehlen.
Das behandelte Maissaatgut ist grundsätzlich schon gegen die wichtigsten pilzlichen Auflaufkrankheiten gebeizt. Bei stärkerem Drahtwurmbefall ist die Wirkung von Mesurol nicht ausreichend. Die durch das BVL für das Granulat Santana gemäß § 11(2) PflSchG (Gefahr im Verzuge) ausgesprochene Genehmigung gilt nicht für Sachsen.
Sind die jungen Blätter der Maispflanzen unregelmäßig zerfressen, mitunter verdreht oder bleiben die Blattspitzen beim Austrieb stecken, dann liegt in der Regel Befall durch Fritfliegenmaden vor. Wird das Schadbild sichtbar, sind die weißlichen Maden oft nicht mehr am Fraßort zu finden. Eine gezielte Bekämpfung ist noch maximal bis zum 3-Blattstadium des Maises mit Pyrethroiden möglich.
In Sachsen ist vor allem auf Standorten, wo ein tiefes Unterpflügen der Maisstoppeln nicht möglich war oder bei nichtwendender Bodenbearbeitung und enger Maisfruchtfolge mit einem verstärkten Auftreten des Maiszünslers zu rechnen. Weiterhin sehr entscheidend ist die Witterung während des Zeitraumes vom Falterflug bis zum Larvenschlupf. Eine direkte Bekämpfung des Maiszünslers kann durch biologische Bekämpfungsverfahren mit der Trichogramma-Schlupfwespe oder dem gezielten Einsatz von Insektiziden erfolgen. Neu zugelassen zur Maiszünslerbekämpfung wurde in diesem Jahr das Präparat Gladiator mit dem Wirkstoff Methoxyfenozid (240 g/l) als Suspensionskonzentrat (SC). Die Aufwandmenge beträgt 0,6 l/ha. Gladiator wirkt ebenso wie Steward nur gegen die Larvenstadien des Maiszünslers. Demzufolge sollte bei Notwendigkeit die Anwendung zu Beginn des Larvenschlupfes erfolgen.
Dr. Kraatz
Pflanzenbau
Der Düngebedarf (Gehaltsklasse C) von Topinambur, einem Knollengewächs mit jährlichem Aufwuchs, liegt bei 25 – 30 kg/ha P, 200 – 250 kg/ha K (Kaliumchlorid wirkt sich positiv auf den Knollenertrag aus) und 10 – 20 kg/ha Mg. Zur N-Bedarfsermittlung kann ein Sollwert von 80 kg N/ha angenommen werden. Die N-Düngung erfolgt zur Pflanzung im März/April und eventuell als 2. Gabe im Mai vor Bestandesschluss. Bei mehrjährigem Anbau ist eine jährliche
N-Düngung notwendig. Der N-Sollwert des ausdauernden Korbblütengewächses »Durchwachsene Silphie« zum Zeitpunkt der Pflanzung und zu Beginn jeden Vegetationsjahres beträgt in Abhängigkeit von der Ertragserwartung 140 – 180 kg N/ha. Der Stickstoff sollte mineralisch verabreicht werden, da es durch die unkontrollierte N-Freisetzung organischer Dünger zur Lagerneigung kommen kann. Die P-, K- und Mg-Düngung sollte nach Entzug erfolgen (Entzüge: P = 20 – 30 kg/ha, K = 100 – 200 kg/ha, Mg = 50 – 70 kg/ha). Bei den einjährigen Sorghumhirsen (Zucker- und Futterhirsen, Sudangrashybride) sichert eine mittlere Maisdüngung (120 – 150 kg N/ha, 40 kg P/ha, 150 kg K/ha) gute Erträge. Bei Zucker- und Futterrüben erfolgt die N-Düngung zur Aussaat. Bei Bedarfsmengen von mehr als 100 kg N/ha sollte eine Aufteilung in zwei Gaben (zweite Gabe im 4-Blatt-Stadium) angestrebt werden. Die N-Sollwerte liegen bei 180 kg N/ha für Zuckerrüben bzw. 200 kg N/ha für Futterrüben. Beim Anbau von Zuckerrüben zur Ethanolgewinnung ist zu beachten, dass ein zu hohes N-Angebot den Rückgang des Zuckergehaltes bewirken kann. P, K und Mg werden nach Abfuhr gedüngt (Stufe C: 20 – 35 kg P/ha, 100 – 170 kg K/ha, 25 – 40 kg Mg/ha). Leguminosen-Grasgemenge haben eine sehr gute Vorfruchtwirkung, z. B. liefert Klee bis zu 200 kg N/ha. Bei Jahreserträgen von 10 t TM/ha werden dem Boden etwa 40 kg P, 230 kg K, 30 kg Mg und 300 kg N pro Hektar entzogen. Derartige Nährstoffentzüge sind unbedingt durch Düngungsmaßnahmen unter Berücksichtigung der Bodennährstoffgehalte auszugleichen.
J. Grunewald
