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Pillnitzer Probefeld - generativ vermehrte Sorten

TOP 10 – generativ vermehrte Arten und Sorten auf dem Pillnitzer Probefeld 2010

Im Pillnitzer Probefeld werden jährlich Neuheiten und Standardsorten aus dem generativ vermehrten Bereich auf ihre Eignung als Rabattenpflanze getestet. So stehen neben neuen Sorten der wichtigsten Beetpflanzen auch weniger bekannte Arten und Sorten des Ergänzungssortimentes auf dem Prüfstand. Das Jahr 2010 gestaltete sich durch die extremen Witterungsverhältnisse für viele Beetpflanzen als echte Bewährungsprobe. Die Temperaturen von Mai und Juni lagen unter dem jährlichen Mittel. Dafür erreichten im Juli an einigen Tagen die Tagesmitteltemperaturen Werte über 27°C. August und September waren dann wieder kühler als gewohnt. Zu den Temperaturschwankungen kamen noch sehr starke Niederschläge. So fielen Ende Juli an einem Tag 40 l/m², am 7. und 16. August regnete es jeweils fast 50 l/m². Auch der September war wieder sehr feucht. Diesen Witterungsverlauf verkrafteten die einzelnen Beetpflanzen unterschiedlich gut. Manche reagierten auf diese Bedingungen mit schlechter Blütenqualität und geringer Nachblüte. Andere Arten und Sorten trotzten den Wetterkapriolen und überzeugten durch gute Blühleistungen. Die folgenden Sorten sind im Jahr 2010 durch gute Wettertoleranz, üppige Blüte oder interessante Blütenfarbe aufgefallen und gehören so zu den Top 10 der Pillnitzer Auswertung.

Erigeron karvinskianus ’Stallone’ (Herkunft Kieft Seeds) – Spanisches Gänseblümchen

Diese krautige, locker verzweigte und flach wachsende Pflanze zeichnete sich als Dauerblüher über den gesamten Sommer aus. Sowohl bei brütender Hitze als auch bei anhaltendem Regen zierten immer zahlreiche kleine, weiß rosa Korbblüten die Pflanzen. Durch den teppichartigen Wuchs waren Flächen schnell überwachsen, so dass in Pillnitz 7 Wochen nach der Pflanzung Bestandesschluss bei einer Pflanzdichte von 18 Pfl/m² erreicht wurde. Ende August war der Bestand rund 30 cm hoch.

Erigeron karvinskianus

’Stallone'

Lobularia maritima ’Yukon’-Serie (Herkunft: Volmary – früher Nebelung) – Duftsteinrich

Bisher werden eine rein weiße Sorte und eine Mischung angeboten. In Blühleistung und Wuchsverhalten haben sich beide Partien kaum unterschieden - höchste Boniturnoten für die Blühstärke bis Anfang August (danach etwas nachlassend) und kräftiger, gut verzweigter Wuchs. Obwohl Lobularia nach 9 Wochen im Freiland Bestandesschluß erzielt hatte, fielen die Pflanzen nicht auseinander, sondern bildeten dichte und stabile Bestände.

Zinnia angustifolia ’Zahara’-Serie (Herkunft: Pan American Seeds) – Schmalblättrige Zinnie

Die ’Zahara’-Serie umfasst sowohl einfach als auch gefüllt blühende Zinnien in den verschiedensten Blütenfarben. In Pillnitz bewiesen die einfach blühenden Sorten ’Fire’ und ’Rose Starlight’ ihre Blütenpracht. Erst Mitte September gingen die Bewertungen der Blühstärke zurück, bis dahin blühten beide Sorten auf hohem Niveau. Verblühte Blüten wurden vom nächsten Flor sofort überwachsen und fielen so überhaupt nicht auf. Ende September waren die Pflanzen 40 cm hoch.

Zinnia angustifolia

’Zahara’-Serie

Incarvillea sinensis ’Cheron’ (Herkunft: Kieft Seeds) – Freilandgloxinie

Diese Pflanze fällt sofort auf – über zarten, geschlitzten Blättern schweben auf langen Stielen weiße Blüten. Insgesamt erreichten die Pflanzen eine Höhe von rund 70 cm. Unaufhörlich blühten neue Knospen bei Sonne und Regen auf, erst im September ließ der Flor nach. Verblühte Blüten vertrocknen und fallen dann ab.

Incarvillea sinensis

’Cheron’

Salvia splendens ’Rambo’ (Herkunft: Chrestensen) – Pracht-Salbei

Ab Ende Juni machte die Sorte ihrem Artnamen alle Ehre. Kräftig scharlachrote Blütenstände zierten die rund 60 cm hohen Pflanzen bis Ende September. Sogar der kühle und regenreiche August minderte nicht die Blühstärke der Pflanzen. Da die Pflanzen sich zwar verzweigen, aber verstärkt aufrecht wuchsen, wurde kein vollständiger Bestandesschluß erreicht.

Tagetes erecta ’African Taishan’-Serie (Herkunft: Pan American Seeds) – Studentenblume

Wer keine Schneckeninvasion befürchten muss, kann mit Tagetes wunderbar Flächen in den verschiedenen Gelb- und Orangetönen gestalten. Die großen, gefüllten Blüten entwickelten eine enorme Fernwirkung. Innerhalb der Serie gibt es die Blütenfarben Gelb, Gold und Orange. Schnell wuchsen die Pflanzen zu dichten Büschen heran, die bis zu 35 cm hoch wurden. Die Blütenpracht hielt auch im verregneten August und September an. Bemerkenswert war, dass die verblühten Blüten kaum das Gesamtbild der Parzelle beeinträchtigten. Die Mumien fielen durch die sehr gute Blühleistung auch bei schlechteren Wetterbedingungen kaum auf.

Tagetes erecta

’African Taishan’-Serie

Petunia x atkinsiana ’Shock Wave’-Serie (Herkunft: Pan American Seeds, Chrestensen) – Petunie

Innerhalb dieser kleinblumigen Serie gibt es viele Farbsorten und Mischungen, in Pillnitz wuchsen ’Denim’, ’Purple’ und ’Ivory’. Der eher breit wachsenden Habitus spiegelte sich auch im schnellen Erreichen des Bestandesschlusses 9 Wochen nach der Pflanzung wider. An den sonnigen Tagen im Juli blühten alle Sorten reich, die vielen Niederschläge im August führten zum stärkeren Rückgang der Blühstärke. Besonders interessant war das Spiel der Blütenfarbe bei ’Denim’. Je nach Alter der Blüte veränderte sich diese von dunkelblauviolett bis fast weiß.

Petunia x atkinsiana

’Shock Wave’-Serie

Antirrhinum majus ’Twinny’-Serie (Herkunft Florensis, Chrestensen) - Löwenmaul

Erst beim genauen Betrachten erkennt man in den gefüllten Blüten das Löwenmaul. In dieser mittelhoch werdenden Serie gibt es interessante Farbspiele wie ’Bronze Shades’ oder ’Peach’. Nach der Pflanzung schmückte für rund 8 Wochen die Pflanzen ein reicher Blütenflor. Um eine zweite Blüte auf hohem Niveau zu erreichen, ist das Entfernen der verblühten Blütenstände notwendig. Ansonsten blühen die Pflanzen nur noch vereinzelt nach.

Begonia Cultivars Tuberhybrida-Gruppe ’New Star’-Serie (Herkunft Benary) – Knollenbegonie

Die neue Begonien-Serie überzeugte in diesem schwierigen Sommer durch anhaltende Blüte und kompakten Wuchs. Immer wieder blühten die mittelgroßen, gut gefüllten Blüten in den leuchtenden Farben Rot, Gelb oder Rosa auf. Weiterhin gibt es innerhalb der Serie noch die Blütenfarbe Weiß. Einige Abstriche gab es witterungsbedingt im Gesamteindruck durch Kälteschäden an den Blättern und Fäulnis der verblühten Blüten durch den anhaltenden Regen im August.

Begonia Cultivars Tuberhybrida-Gruppe

’New Star’-Serie

Gomphrena globosa ’Las Vegas White’ (Herkunft Benary) – Kugelamarant

Als sehr witterungsstabil und blühfreudig präsentierte sich der weiße Kugelamarant von Benary. Ab Mitte Juni zeigten sich zahlreiche Blüten bis Mitte September, erst dann ließ die Blühleistung stark nach. Mit rund 40 cm Pflanzenhöhe eignet sich die Sorte für bunte Rabattenbepflanzungen.

Gomphrena globosa

’Las Vegas White’

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Bild: Pillnitzer Probefeld

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 82: Zierpflanzenbau

Beate Kollatz

  • TelefonTelefon: (0351) 2612-8202
  • E-MailE-Mail