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Landwirtschaft

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Agrarstruktur

Die Einteilung und Darstellung landwirtschaftlicher Sachverhalte nach Gebietsstrukturen liefert die Grundlage dafür, landwirtschaftliche und agrarstrukturelle Belange bei diversen Planungen angemessen fachlich zu berücksichtigen. Umfangreiche Datenfonds, die im GIS verarbeitet werden, beschreiben den jeweiligen Zustand der Flächennutzung, die Vielfalt der landwirtschaftlichen Betriebe nach Rechts- und Betriebsformen, die Verteilung der Tierbestände und geben somit Orientierungshilfen für die weitere Entwicklung der Agrarstruktur sowie für die Raumordnung im Freistaat Sachsen.

Betriebsgrößen

Die Verteilung der Betriebe nach Größenklassen ist regional sehr unterschiedlich.  Herrschen in den Gebirgslagen im Durchschnitt eher kleinere Betriebe vor, so sind in den Gebieten mit besseren Bedingungen im Durchschnitt größere Betriebe anzutreffen.

Anteil der Betriebsgrößenklassen in den sächsischen Vergleichsgebieten

Die durchschnittliche Betriebsgröße liegt im WG 1 (Sächsische Heide- und Teichlandschaft) und im WG 2 (Sächsisches Lößgebiet) mit ca. 190 ha auf einem ähnlichen Niveau. Dagegen liegt die durchschnittliche betriebliche Größe im WG 3 (Sächsische Mittelgebirge und Vorland)  bei nur ca. 115 ha und zeigt die heterogenere Struktur.

Die Größenstruktur spiegelt sich auch in den Anteilen der Betriebe an den Betriebsgrößenklassen wieder. So sind ca. 70 % der landwirtschaftlichen Unternehmen im WG 3 Klein- und Kleinstunternehmen mit weniger als 50 ha LF. Die Großunternehmen mit über 500 ha haben im WG 3 nur einen Anteil von 6 % an allen Unternehmen.
Die Strukturen in den WG 1 und 2 sind miteinander vergleichbar. Der Anteil der Kleinst- und Kleinunternehmen bis 50 ha ist mit ca. 57 bis 60 % erheblich geringer als im WG 3. Der Anteil die Großunternehmen mit >500 ha dagegen fast doppelt so hoch.

Betriebsformen

Auffällig ist das starke Nord-Süd-Gefälle bei den Betriebsformen. Im Norden und in der Mitte des Landes (auf den besseren Böden) herrscht vor allem der Ackerbau vor. In den Gebirgsgegenden ist es der Futterbau. Hier wird ebenfalls nochmals deutlich, dass im Süden im Durchschnitt kleiner Landwirtschaftsbetriebe anzutreffen sind.

Ein ähnliches Bild ergibt sich, wenn der flächenmäßige Anteil der Betriebsformen betrachtet wird. Auf den guten Standorten dominieren vor allen die Ackerbaubetriebe. Auf den schlechteren Standorten (Vergleichsgebiete 1, 4, 5, 6, 6a) wirtschaften überwiegend Ackerbau-Milchvieh-Verbundbetriebe bzw. Futterbaubetriebe den größten Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche (LF). Die hinterlegten landwirtschaflichen Vergleichszahlen stellen die Wertigkeit der natürlichen Standortverhältnisse im Acker- und Grünlandbereich dar. Auf den leichten Standorten des Vergleichsgebietes 1 und den Verwitterungsböden der Mittelgebirge (Vergleichsgebiet 5) sind die ungünstigsten Bedingungen (bis LVZ 35) vorzufinden. Der Lößgürtel, hier dunkler dargestellt, bietet beste ackerbauliche Voraussetzungen.

Rechtsformen

Aus dieser Karte geht deutlich hervor, dass Nebenerwerbsbetriebe zahlenmäßig die dominierende Rechtsform darstellen. Aber auch hier wird das Nord-Süd Gefälle sichtbar. In der Erzgebirgsregion sind, bedingt durch die geringeren Durchschnittsgrößen, mehr Betriebe je Flächeneinheit anzutreffen.

Im Gegensatz zur zahlenmäßigen Dominanz der Nebenerwerbsbetriebe, spielt diese Rechtsform bei der Flächennutzung  nur eine untergeordnetete Rolle. Dagegen bewirtschaftet, die zahlenmäßig kleine Gruppe der juristischen Personen den größten Anteil der LF im jeweiligen Vergleichsgebiet.

Anbaustrukturen

In Sachsen wird fast 80 % der landwirtschaftlichen Fläche als Ackerland genutzt. Auf den Ackerlandflächen Sachsens dominiert der Getreideanbau, der in den letzten Jahren ca. 60 % der Fläche einnimmt.
Der Ölfruchtanbau stieg in den letzten Jahren stark an und pendelt seit 2005 im Durchschnitt von Sachsen um einen Anteil von 20 % der Ackerfläche. Der größte Teil davon war Winterraps (98 % in 2010).
Den drittgrößten Flächenanteil hat das Ackerfutter mit 18 % an der Ackerfläche. Außerdem werden auf rund 3 % der sächsischen Ackerfläche Hackfrüchte angebaut, auf 1,5 % Hülsenfrüchte und auf 2 % Spezialkulturen und Gemüse. 

Die Nutzung der landwirtschaftlichen Fläche weist aber große standortdifferenzierte Unterschiede auf. Im Gebietsvergleich wird das deutlich.

 

In den Wirtschaftsgebieten 1 und 2 dominieren die Ackerbauflächen. Der größte Grünlandanteil ist im Wirtschaftsgebiet 3 zu finden.
Die Nutzung des Ackerlandes zeigt zwischen den drei Wirtschaftsgebieten folgende Unterschiede:

Wirtschaftsgebiet 1 (Sächsische Heide- und Teichlandschaft)
Der Anteil an Getreideanbaufläche lag im Jahr 2009 im Wirtschaftsgebiet 1 mit 58 % der Ackerfläche etwa im sächsischen Durchschnitt. Auf den großteils sandigen Böden der Sächsischen Heide- und Teichlandschaft spielt der Roggenanbau mit einem Anteil von 34 % an der Getreidefläche eine große Rolle. Fast 2/3 des Roggenanbaus von Sachsen erfolgte 2009 im Wirtschaftsgebiet 1.
Der Anbauanteil der Ölfrüchte (insbes. Winterraps) lag mit 16 % (ohne nachwachsende Rohstoffe: 14 %) unter dem sächsischen Durchschnitt mit ca. 19 %.
Ein starker Anstieg war beim Ackerfutteranbau zu verzeichnen. Mit 20 % liegt dieser über dem sächsischen Durchschnitt von 16 %.
Der Hackfruchtanbau hat eine untergeordnete Bedeutung. Nur 2 % der Ackerfläche der Heide- und Teichlandschaft wurden mit Zuckerrüben oder Kartoffeln bebaut.

Wirtschaftsgebiet 2 (Sächsisches Lößgebiet)
Im Sächsischen Lößgebiet nimmt der Getreideanbau einen besonderen Stellenwert ein. Auf 59 % der Ackerfläche bzw. 51 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) wurde Getreide angebaut. Dabei dominierte der Anbau von Winterweizen. Insgesamt befanden sich 75 % der Winterweizenflächen Sachsens im Wirtschaftsgebiet 2.
Der Anbau von Ölfrüchten liegt nach dem starken Anstieg der letzten Jahre bei 21 %  (ohne nachwachsende Rohstoffe: 15 %) der Ackerfläche. Dagegen wurde Ackerfutter wegen des geringen Tierbesatzes auf nur knapp 12 % der Ackerfläche angebaut.
Auf den guten Böden des Wirtschaftsgebietes wurden außerdem fast 90 % der sächsischen Zuckerrüben angebaut. Insgesamt waren 3,2 % der Ackerfläche des Sächsischen Lößgebietes mit Zuckerrüben und 1,3 % mit Kartoffeln bebaut.

Wirtschaftsgebiet 3 (Sächsische Mittelgebirge und Vorland)
Wegen der Besonderheiten von Klima, Boden und Relief gibt es im Wirtschaftsgebiet 3 eine angepasste Anbaustruktur. So ist der Anteil von Ackerfutter an der Ackerfläche mit 23 % mehr als doppelt so hoch wie in den Wirtschaftsgebieten 1 und 2. Beim Getreideanbau ist auf den hohen Anteil Sommergerste (23 % der Getreidefläche) hinzuweisen. Aber auch Winterweizen und Wintergerste sind mit 33 % und 23 % der Getreidefläche wichtige Getreidearten.
Die Ölsaatenfläche liegt bei ca. 18 % der Ackerfläche an (ohne nachwachsende Rohstoffe: 12 %) knapp unter dem sächsischen Durchschnitt.
Hackfrüchte wurden nur auf knapp einem Prozent der Ackerfläche angebaut.

Nach landwirtschaftlichen Vergleichsgebieten unterteilt ist die Anpassung der Ackerflächennutzung an die Standortbedingungen noch stärker sichtbar als im Vergleich der Wirtschaftsgebiete.

Tierhaltung

Der wichtigste tierische Produktionszweig ist in Sachsen die Milchviehhaltung . Die meisten Milchkühe werden in den Wirtschaftsgebieten 2 (ca. 49 %) und 3 (ca. 40 %) gehalten.

Die Anzahl der milchviehhaltenden Betriebe sinkt, genau wie die Anzahl der Milchkühe tendenziell ab. Dagegen steigen die Bestandszahlen pro milchviehhaltenden Betrieb an.

Im Verhältnis zur landwirtschaftlich genutzten Fläche sind die größten Rinder- sowie Milchkuhbestände in den Erzgebirgskreisen sowie im Gebirgsvorland zu finden.

Marginalspalte

Bild: Regionales Agrarstruktur- und Wirtschaftlichkeits-informationssystem (RAWIS)

Ansprechpartner Agrarstruktur

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 22: Agrar- und umweltpolitische Analysen

Falk Ullrich

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 22: Agrar- und umweltpolitische Analysen

Thomas Swaton

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